Bibliografische Klassifikation in der Mathematik - Werkzeug zur inhaltlichen Erschließung und für das Retrieval.
Eine historische Betrachtung unter besonderer Berücksichtigung der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts und weiterer Entwicklungsaussichten

Dr. Wolfram Sperber

Ort
Institut für Mathematik
Hörsaal 1
Arnimallee 3
14195 Berlin

Zeit
22. Oktober 2009
17.15 Uhr

Abstract

Klassifikation ist seit der Antike eine wichtige und zentrale Methode des Denkens und Lernens. Im wissenschaftlichen Bereich wird Klassifikation, insbesondere auch für die systematische Erschließung des Inhalts und das Auffinden wissenschaftlicher Informationen eingesetzt. Klassifikation in der Mathematik hat eine lange Geschichte und reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Ende des 19. Jahrhunderts gab es verschiedene Initiativen, die sich der systematischen Aufarbeitung mathematischer Publikationen verschrieben hatten. Mit dem "Jahrbuch über die Fortschritte der Mathematik" entstand 1868 das erste eigenständige Referatorgan, das die aktuellen publizierten Ergebnisse der Forschung in der Mathematik und ihren Anwendungsgebieten zusammenfasste und systematisierte. 1971 war die Geburtsstunde der Mathematical Subject Classification (MSC), die heute für die Klassifizierung mathematischer Publikationen vom Zentralblatt für Mathematik und die Mathematical Reviews eingesetzt wird. Klassifikationsschemata sind dynamisch und zeichnen die Entwicklung in den Wissenschaften nach. So werden ab 2010 die mathematischen Publikationen nach dem neuen Update MSC2010 klassifiziert.

Im Vortrag werden die Entwicklung, der Umgang und der Nutzen von Klassifikationsschemata in der Mathematik dargestellt und der Frage nachgegangen, wohin sich die Klassifikation (oder allgemeiner die inhaltliche Erschließung) und Retrieval zukünftig entwickeln könnten.


© Berliner Mathematische Gesellschaft Erstellt im Oktober 2009 durch Wolfgang Volk
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